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Für mich hat die Geburt schon am 03.02. angefangen. Am Nachmittag in der Therme habe ich schon leichte Wehen im Viertelstundentakt gespürt, und da wusste ich, dass wir unser kleines Wunder bald begrüßen dürfen. Am Abend zu Hause habe ich Melanie kontaktiert, welche mir geraten hat nochmal schlafen zu versuchen und wenn es dann nicht mehr geht, sollte ich sie nochmal anrufen. Ich habe tatsächlich noch gut geschlafen und so viel Energie für die kommenden Stunden gesammelt.

Um 4 Uhr in der Früh habe ich Melanie erneut angerufen, denn da waren die Wehen schon stärker und in kürzeren Abständen. Mein Partner war stets an meiner Seite und ganz aufgeregt, ich bin eigentlich recht ruhig geblieben. Als Melanie da war, haben wir ein Bad eingelassen und ich habe mich dort nochmal entspannen können. Das Wegatmen der Wehenschmerzen hat gut funktioniert und mein Partner war eine wunderbare Unterstützung. Das Licht wurde gedämmt, Kerzen wurden angezündet und generell war es eine ganz zauberhafte Stimmung. Ich wusste, dass es noch hart werden würde, doch am Meisten hatte ich vor der Nachgeburt Angst. Melanie hat mich stets beruhigt.

Nach einer Weile in der Badewanne wollte ich dann einen Positionswechsel und wir sind in die Küche umgezogen, wo ich auf einem Gymnastikball die Wehen wegatmen konnte. In der Küche war es hell und nicht ganz so gemütlich, aber das brauchte ich in diesem Moment scheinbar. Ich bin dann doch nochmal in die Badewanne gewandert, die Wehen waren da schon stark und für mich schmerzhaft, mit Melanies Unterstützung hat das Wegatmen meistens gut geklappt. Mein Partner hat mir einen Energietrunk bereitgestellt und mich stets mit Komplimenten aufgemuntert.

Irgendwann wurde es mir im Badezimmer dann zu heiß und wir sind in das Wohnzimmer gegangen. Dort habe ich auf der Couch etwas gerastet, Sabrina ist auch eingetroffen und ab dann ging alles sehr schnell. Die Wehen wurden immer schmerzhafter, ich musste auf die Toilette, konnte nichts mehr kontrollieren und verfiel ein bisschen in Panik. Manchmal war ich auch laut und ein bisschen ungeduldig. Nach einer sehr starken Wehe hat Melanie mich an der Hand genommen und gesagt: Valentina, ruhig und tief atmen und versuchen, mitzuarbeiten. Dein Baby macht das super, und du schaffst das auch! Das hat mich wieder auf den Boden gebracht, und ich habe neue Kraft geschöpft. Sabrina hat mir ein Getränk mit dem Strohhalm gereicht und meine Hände akkupunktiert gegen die Schmerzen.

Ich war schon sehr am Ende meiner Kräfte, aber die Frage „Möchtest du ins Krankenhaus fahren“ habe ich stets verneint. In einer Position, die Hocke am Boden, habe ich mich gar nicht wohl gefühlt und das Baby auch nicht. Da haben sich die Herztöne etwas verschlechtert und ich wurde nervös. Nach einem Positionswechsel war aber alles wieder in Ordnung. Irgendwie ging es aber trotzdem nur langsam weiter und die Hebammen berieten sich, wie wir weiter vorgehen sollen, weil auch die Fruchtblase noch nicht geplatzt war. Allerdings habe ich kurz davor etwas ploppen gespürt und wies Melanie darauf hin. Zu ihrer Überraschung war die Fruchtblase tatsächlich geplatzt und der Muttermund auch schon weiter offen. Das hat uns alle glaube ich beruhigt.

Ca. eine Stunde vor der Geburt war ich dann wirklich am Ende. Ich bin zwischen den Beinen meines Partners gekniet, die Hände in seine Hüften gekrallt und ich wollte nicht, dass irgendjemand den Raum verlässt. Es hat sehr weh getan und ich hatte Angst doch gleichzeitig auch Mut. Die Hebammen munterten mich auf, dass das Baby bald da ist, der Kopf ist schon zu sehen. Ich wollte mit meiner Hand den Kopf aber nicht tasten, ich hatte keine Kraft dazu. Sabrina hat ein Foto von diesem Moment gemacht und mein Partner hat durch das Handy das Köpfchen gesehen. Dadurch hat er mir auch ganz zuversichtlich zugesprochen, dass es bald geschafft sei. Melanie hat mich angewiesen, nochmal alle Kräfte von den starken Frauen rund um mich zu sammeln, gut zu atmen und nicht zu stark zu pressen, um Verletzungen zu umgehen. Das hat mir so sehr geholfen.

Und auf einmal war das kleine Wunder dann da, eingewickelt in ein Tuch am Teppich zwischen meinen Beinen. Ich war so überwältigt, mein Partner zu Tränen gerührt. Die kleinen Schreie, die vielen Haare, die Erleichterung, dass der Schmerz endlich vorbei ist. Dieses Gefühl wird mir nie mehr aus dem Kopf gehen. Wir wussten das Geschlecht nicht und nach einer Weile haben wir unser süßes Baby in die Arme genommen und getastet, ob es ein Mädchen oder ein Bub ist. Ich dacht zuerst ein Bub, doch Melanie bat mich: Valentina, jetzt schau nochmal gescheid. Und es stellte sich heraus, dass wir ein kleines Mädchen zur Welt gebracht haben. Ein wunderhübsches Mädchen, mit vielen dunklen Haaren, einer goldigen Haut und einer zuckersüßen Stupsnase.

Wir haben gekuschelt, mein Partner hat die Nabelschnur mit Sabrina durchtrennt und ich wusste, dass es noch nicht zu Ende war. Jetzt kam der Moment, vor dem ich mich die ganze Zeit gefürchtet hatte. Nach einer Stunde war die Plazenta immer noch nicht geboren und ich musste ins Badezimmer umsiedeln. Da ich meine Blase nicht kontrollieren konnte, aber ein ablassen des Urins unbedingt nötig war, musste mir ein Katheter gesetzt werden. Das war sehr schmerzhaft, und ich war wirklich am Ende mit meinem Schmerzpegel. Doch Gott sei Dank flutschte die Plazenta dann ohne Probleme heraus und es war endlich vorbei! Mein Partner und unsere Tochter durften in dieser Zeit auf dem Sofa kuscheln und haben so ganz wunderbar gebondet.

Jetzt war es auch an der Zeit für das erste Anlegen an der Brust. Während mir Melanie meine Geburtsverletzung nähte, nuckelte unser süßer Schatz ein bisschen an meinem Busen. Das war so ein Glücksgefühl! In dieser Zeit habe ich auch komplett die Zeit vergessen. Ich weiß, dass es ein sonniger schöner Tag war, aber bei uns war es wie in einer Höhle. Gedämmtes Licht, Kerzen, gute Düfte und eine kuschelige Stimmung. So wunderschön und geborgen habe ich mich lange nicht mehr gefühlt. Es war wie in einem Traum.

Wir sind dann in unser Bett umgesiedelt, unsere Tochter ist zwischen uns eingeschlafen. Sabrina hat uns noch die Plazenta gezeigt, schön war sie wirklich nicht mehr und es war nicht zu früh für die Geburt. Die Plazenta habe ich Melanie für die FH mitgegeben, und damit war das Thema auch erledigt. Nach ein paar kleinen Anweisungen für die bevorstehende Nacht haben sich die zwei Hebammen verabschiedet und wir waren zu dritt alleine zu Hause. Ein unglaubliches Gefühl, auch ein bisschen beängstigend, aber trotzdem – wir hatten es geschafft! Unsere Tochter war sicher und behütet in unserer Wohnung auf die Welt gekommen. Eine Blume am Teppich markiert bis heute den Punkt, wo sie das erste Mal den Boden berührt hat und wird uns stets an diesen Tag voller weiblicher Energie und Kraft erinnern.